Donnerstag, 15. November 2012

Wäsche waschen

Etwas primitiv auf diesem Schiff. Es gibt im Unterdeck für die Crew 1 Waschmaschine für Arbeitsklamotten,
1 Maschine für Tageskleidung und 1 Trockner, der aber nicht richtig funktioniert.

Eine weitere Waschmaschine steht auf dem Kapitänsdeck, aber kein Trockner.
Kordel gibt es in der Werkstatt, Leine in der Kammer gespannt und..............trocknet auch.

Piraten

Nach den militärischen Interventionen am Horn von Afrika hat sich die Piraterie nach West Afrika verlagert.
Täglich treffen Fax Meldungen ein. Zum Vergrößern auf das Bild klicken


Der 2. Offizier erzählt von einem brisanten Fall:

Die Hafenbehörden werden von den Piraten geschmiert um Tips für wertvolle Ladung zu erhalten.
So sollen auf einem Frachter 6 Container mit Uranium geladen sein, Wert, mehrere Millionen
US Dollar. Gute Voraussetzungen für Erpressung.

Mittwoch, den 31. Oktober 2012, auf See in Höhe Guinea-Bissau, Mittagsort 10°,30‘ N; 17° W

Nach 3 Tage Kurs Süd, 180°, schwenken wir heute Mittag auf den direkten Kurs 135° nach Walfishbay/Namibia, ca 9-10 Tage.
Abstand von der Westafrikanischen sind 150 NM, das sind 70 NM mehr als der normale Kurs. Grund sind die Piraten Meldungen. Das ist ein Umweg von 220 NM, entsprechend 18 Stunden.

Auch dieser Tanker fährt 150 NM fernab der Küste


In der vergangenen Nacht gab es ein Gewitter und Sturm von 11 Bf, aber nur für etwa 1,5 h. ich habe davon nichts mitbekommen.
Es hat sich abgekühlt auf angenehme 28°C, es ist windstill, und der Fahrtwind ist angenehm bei den täglichen Rundgängen.
Nachmittags baden im Pool, denn die Temperatur steigt wieder auf 34°C.

Im Maschinenraum, außerhalb dem klimatisiertem Kontrollraum und den Werkstätten  steigt die Temperatur auf 60°C. Arbeiten ist kaum möglich.
Die Frischwassertanks werden von der Wärme beeinflußt, aus dem Kaltwasserhahn kommt auch nur noch warmes Wasser

Langstreckenschwimmen im 20 Fuß Container

Traumhaftes Wetter, fast windstill, 34°C am Nachmittag, da kommt man schon ins schwitzen auf den Runden auf dem Schiff.
Die Badesaison beginnt, der Pool wird gereinigt und mit Seewasser gefüllt, 25°C.
Um 16:00 nehmen wir das erste erfrischende Bad.




In den kommenden Tagen steigt die Wassertemperatur auf 28°C, einfach genial.

Auf dem Schiff gibt es reichlich Preßluft. So wäre es sinnvoll, den Pool in ein Whirpool umzubauen. Der Chief-Ing ist von meinem Vorschlag nicht begeistert.


und am Abend einen Sundowner auf der Terrasse außerhalb meiner Kammer.. Das wird zur Angewohnheit in den nächsten 2 Wochen bis Kapstadt
 

 

Dienstag, den 30. Oktober 2012, auf See in Höhe nördlich Dakar/Senegal.

Die Birmanen arbeiten heute nicht. Grund ist ein hoher buddhistischer Feiertag, jedes Jahr im Oktober bei Vollmond. Nur die wachen, der Koch und der Stuart müssen arbeiten. Zum Mittagessen gibt es Tiger-Prawns mit Gemüse, asiatisch gewürzt auf Reis.

Die Hauptmaschine wird heute getestet, abwechselnd mit verschiedenen Umdrehungen, mal im Manöver, mal im Seemodus. Test der Drücke und Temperaturen. Dabei laufen wir einige zeit mit 17 kn. Normalerweise sind 12 kn auf dem Tacho, auch hier wird mit Treibstoff gespart.

Wir durchqueren Algenfelder. Der Ostwind treibt die Abwässer der westafrikanischen Städte bis auf 90 NM aufs Meer.

Montag, den 29. Oktober 2012, auf See in Höhe Mauretanien, Mittagsort. 21° N; 18° W

Heute ist der erste wolkenfreie Tag. Gleißend geht die Sonne auf.




Der schwache Wind ist angenehm bei 28°C Mittagstemperatur.
Am Bug des Schiffes gibt es eine geniale Aussichtsplatform, zur Beobachtung der Meerbewohner.
Die Ausbeute heute: Ein etwa 7m langer Wal, eine etwa 30cm große Schildkröte und der erste Schwarm fliegender Fische. Für Fotos waren die Tiere zu schnell.




 Das gute Wetter wird von der Deckscrew genutzt. Ein Schiff im ewigen Salzwasser rostet, manchmal schneller, als 6 Leute reparieren können. Rostklopfen und Pinseln sind in den nächsten Wochen an der
Tagesordnung. 









Im Vorschiff hat der Schlosser seine Werkstatt, fürs Grobe.



 
Feinere Arbeiten werden im Maschinenraum getätigt.

Auch der Mondaufgang  sowie der Sonnenuntergang können sich sehen lassen.
 





Sonntag, den 28. Oktober 2012 auf See auf der Höhe von Marokko.

Reden wir mal übers Essen.

Herzstück ist die Pantry, hier bereitet der Koch, ein Birmane die Mahlzeiten zu. Er kocht für die Europäer und für die Birmanen und das äußerst schmackhaft. Ein Duft von Curry breitet sich auf dem Deck aus. Es hat sich eingebürgert,  daß die Offiziere und auch wir Passagiere vor den Mahlzeiten in die Pantry hineinschauen, was wählt man: „europäisch oder asiatisch“. Besonders schmeckt mir der Reis mit Kokosnußmilch.
Es gibt 3 warme Mahlzeiten am Tag. Schon am Morgen essen die Birmanen Nudelsuppe mit Gemüse, ansonsten Eier mit Speck.. Frische Brötchen stehen morgens und abends bereit.
Das Sonntagsessen heute mittag: Tomatensuppe, süß/sauer, Gebratene Ente, Kartoffeln und Rotkohl, Eis mit Sahne, Erdbeeren, Schokoladenstreusel und Eiswaffeln.



Die Pantry hat zur Crew-Messe eine Durchreiche und die Crew übt in Selbstbedienung.

 

Wesentlich eleganter ist die Offiziersmesse. Ein Stuart bedient Offiziere und Passagiere. Wir Passagiere sitzen mit dem Kapitän an einem Tisch.




Heute haben wir Passagiere die Möglichkeit die Maschine zu besichtigen.

Der Chief-Ing führt uns durch seinen Arbeitsbereich.

Der Kontrollraum ist klimatisiert und relativ Schalldicht.
Vollautomatisch mittels Computer wird überwacht und gesteuert. An den wichtigen Stellen der Antriebsmaschine sind  Indikatoren, die Temperaturen und Drücke messen und bei Abweichungen Alarm auslösen. Alle Ventile werden am Computer geöffnet und geschlossen.
Auch die anderen Systeme wie Treibstoff- und Ballasttanks, Klimaanlage, Hilfsaggregate, Kessel, Turbolader, Abhitzekessel usw. werden überwacht.

Gearbeitet wird 8 h am Tag, ansonsten läuft die Maschine wachfrei.
Alarmanzeigen gibt es in der Messe und in den Kabinen der Ingenieure.




Die Antriebsmaschine ist eine 8 Zylinder Sulzer 2 Takt Maschine, Leistung 12480 KW entsprechen 16973 PS. Zu sehen sind die Zylinderköpfe. Die Gesamthöhe erstreckt sich über 3 Stockwerke. Täglicher Verbrauch sind etwa 25 to Schweröl.





Rechts im Bild sind 2 Ersatz Laufbuchsen mit Kolben zu sehen.

Die Maschine ist direkt über die Welle mit dem Propeller verbunden, ohne Getriebe. Bei Vollast dreht sie 100 U/min. Bei Rückwärtsfahrt dreht der Motor anders herum.



Schweröl wird abhängig der Viskosität aufgeheitzt, hier auf 131°C und in Separatoren gereinigt.



Angelassen wird die Maschine mittels Preßluft, 3 Kompressoren erzeugen in 2 Behälter Preßluft von 20 bar.



Für die Stromversorgung sind 3 Stück 6 Zylinder Motoren mit Generatoren installiert. Einer läuft, ein anderer Standby und der dritte in Reparatur. Die Verschleißteile werden ersetzt.




Das Ruder wird hydraulisch angetrieben. Im Manöver Modus(Manöver in den Häfen) mit 2 Hydraulikpumpen, auf See mit einer Pumpe.



Trinkwasser wird an Bord hergestellt und mit Dolomit mineralisiert, Kapazität bis zu 25 to/Tag, Verbraucht werden täglich etwa 7 to. Das Meiste wird als Speisewasser für die Aufheizung des Schweröls verwendet.

Nach dem Abendessen gehe ich auf die Brücke, ein schöner Tag auf See geht zu Ende.

Samstag, den 27. Oktober 2012, auf See,

Es wird wärmer, angenehme 21°C Luft und auch Wassertemperatur, kaum Wind, aber bewölkt.

Das Satelliten Telefon ist wieder in Ordnung. Beim Stuart erwerbe ich eine Telefonkarte für 21 €, reicht für 45 Minuten für Gespräche nach Deutschland.



Auf diesem Schiff gibt es keinen Trimmraum. Andererseits braucht man auf Bewegung nicht verzichten. Treppensteigen ohne Ende,  5x am Tag zur Messe, 4 Stockwerke. Frühstück, 10:00 Kaffee, Mittagessen, 15:00 Kaffee und Abendessen. Mehrfach zur Brücke, sind 2 Stockwerke von der Kabine.
Zusätzlich mache ich 5 Runden vom Heck zum Bug, eine Runde sind ca. 450 Meter.

Heute abend um 23:00 passieren wir die Kanarischen Inseln. Das Verkehrstrennungsgebiet verläuft zwischen Fuerteventura und Gran Canaria. Schade, am Tag wäre es interessanter gewesen.

Freitag, den 26. Oktober 2012, auf See sehr weit westlich von der Straße von Gibraltar

Bei unserem Rundgang mit den beiden anderen Passagieren bemerken wir, der gesamte Müll, Holz, Plastik, Kartons, Plastikbags mit der beim Laden daneben gefallende Kohle, Fässer mit Putzlappen, ist weg! Ins Meer?
Ok, außerhalb 25 NM


Heute Morgen liegt eine Natex Meldung auf der Brücke.

Eine Segelyacht unter französischer Flagge mit 3 Personen an Bord auf dem Weg von Spanien zu den Kanarischen Inseln ist vermißt. Letzte Position: 39°N, 12°W. Alle Schiffe werden gebeten, Ausschau zu halten.
Wir sind zu dem Zeitpunkt bereits 100 NM südlicher.

Donnerstag, den 25. Oktober 2012 auf See

Regen und Sturm prägen den Vormittag, Südwind Stärke 7-8, der scheinbare Wind, der auf das Schiff wirkt, sind 9-10.


Nach dem Mittagessen läßt der Wind nach und die Sonne zeigt sich.




Südlich von Lissabon wird es verkehrsmäßig ruhig, die meisten Schiffe fahren Richtung Gibraltar, wir dagegen Südwest, Richtung Kanarische Inseln.